Die Drogeriekette Rossmann mit Sitz in Burgwedel (Niedersachsen) warnt bundesweit vor dem Verzehr ihrer Hausmarken-Maiswaffeln „Salted Caramel“. Grund: ein erhöhter Gehalt des krebserregenden Schimmelpilzgifts Aflatoxin B1.
Die Rossmann-Zentrale in Burgwedel bei Hannover hat eine Eilmeldung veröffentlicht: Kunden in ganz Deutschland sollen die Maiswaffeln „Salted Caramel“ der Eigenmarke EnerBiO mit bestimmten Mindesthaltbarkeitsdaten nicht weiter verzehren. Bei internen Eigenkontrolluntersuchungen wurde der gesetzliche Höchstgehalt für Aflatoxin B1 überschritten – ein Schimmelpilzgift, das bei regelmäßigem Verzehr Krebs auslösen kann.
Rossmann bittet ausdrücklich darum, die betroffenen Chargen „außer Reichweite Ihrer Kinder zu bringen und nicht zu verzehren“ – und auch Verwandte oder Bekannte zu informieren, die das Produkt möglicherweise gekauft haben.
Aflatoxine sind natürliche Stoffwechselprodukte bestimmter Schimmelpilze, vor allem von Aspergillus flavus und Aspergillus parasiticus. Sie bilden sich bevorzugt bei warmer, feuchter Lagerung von Mais, Erdnüssen, Pistazien, Getreide oder Trockenfrüchten. Unter den über 20 bekannten Varianten gilt Aflatoxin B1 als die toxischste.
Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stuft Aflatoxin B1 als „Gruppe 1“-Karzinogen ein – also als nachweislich krebserregend beim Menschen. Hauptzielorgan ist die Leber: Regelmäßige Aufnahme erhöht das Risiko für Leberzellkarzinome, besonders in Kombination mit einer bestehenden Hepatitis-B-Infektion.
Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz beschreibt Aflatoxin B1 als „sehr toxisch“ und zählt es zu den am stärksten bekannten krebsauslösenden Substanzen. Die EU hat deshalb besonders niedrige Höchstgehalte festgelegt.
Eine einmalige, kleine Menge betroffener Maiswaffeln führt in der Regel nicht zu einer akuten Vergiftung. Das eigentliche Risiko entsteht vielmehr durch regelmäßigen und langfristigen Konsum aflatoxin-belasteter Lebensmittel. Deshalb gilt der Grundsatz: So wenig Aflatoxin wie möglich – und niemals bewusst weiter verzehren, wenn ein Produkt offiziell zurückgerufen wurde.
Besonders schützenswert sind Kinder, Schwangere, Stillende, ältere Menschen und Personen mit Lebervorerkrankungen. Wer entsprechende Chargen bereits mehrfach verzehrt hat und unspezifische Beschwerden wie Übelkeit, Oberbauchschmerzen oder anhaltende Müdigkeit bemerkt, sollte den Hausarzt informieren und das Produkt erwähnen.
Aflatoxine entstehen vor allem bei falscher Lagerung. Mais, Nüsse, Trockenfrüchte und Getreide sollten daher trocken, kühl und gut belüftet aufbewahrt werden – idealerweise in fest schließenden, lichtundurchlässigen Behältern.
Geöffnete Packungen nach dem Anbruch zeitnah aufbrauchen. Auffällige Verfärbungen, ein muffiger Geruch oder sichtbarer Schimmel sind ein klares Stopp-Signal: betroffene Lebensmittel komplett entsorgen – Aussortieren einzelner Stücke reicht nicht, weil sich die Toxine im gesamten Produkt verteilen können.
Wer regelmäßig Bio-Produkte mit kurzen Lieferketten und transparenter Herkunft kauft und auf seriöse Eigenmarken setzt, reduziert das Risiko zusätzlich – schließt es aber, wie der aktuelle Fall zeigt, nie vollständig aus.
Dass Rossmann die belasteten Chargen über eigene Qualitätskontrollen entdeckt und proaktiv zurückgerufen hat, zeigt, dass das System grundsätzlich funktioniert. Gleichzeitig macht der Fall deutlich, wie anfällig globale Lieferketten – speziell bei pflanzlichen Rohstoffen wie Mais – für Schimmel- und Toxinbildung sind.
Für Verbraucher in Deutschland, Österreich und der Schweiz lohnt sich deshalb der Blick in den eigenen Vorratsschrank: Wer Maiswaffeln, Maismehl oder Maisprodukte gerne nutzt, sollte Chargen regelmäßig mit aktuellen Warnungen abgleichen.
Der Rossmann-Rückruf der EnerBiO Maiswaffeln „Salted Caramel“ ist ernst zu nehmen: Aflatoxin B1 zählt zu den am stärksten bekannten krebserregenden Substanzen. Wer eine betroffene Packung (MHD 10.02., 12.02., 16.02. oder 18.02.2027) zu Hause hat, sollte sie nicht mehr essen und in der nächsten Filiale zurückgeben.
Panik ist nicht angebracht – Aufmerksamkeit schon. Wer Chargen prüft, Lebensmittel sachgerecht lagert und auf offizielle Warnungen achtet, senkt sein persönliches Risiko deutlich.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei anhaltenden oder akuten Beschwerden suchen Sie bitte ärztlichen Rat. Quellen: Eilmeldung Dirk Rossmann GmbH; Bayerisches Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz; IARC-Monographien zu Aflatoxinen; Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).