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    GESUNDHEIT

    Rossmann Rückruf: EnerBiO Maiswaffeln wegen Aflatoxin B1

    Die Drogeriekette Rossmann mit Sitz in Burgwedel (Niedersachsen) warnt bundesweit vor dem Verzehr ihrer Hausmarken-Maiswaffeln „Salted Caramel“. Grund: ein erhöhter Gehalt des krebserregenden Schimmelpilzgifts Aflatoxin B1.

    Produktwarnung • 18.05.2026
    Bundesweit (D)
    6 Min. Lesezeit
    Wichtiger Hinweis
    Maiswaffeln mit den MHD 10.02.2027, 12.02.2027, 16.02.2027 oder 18.02.2027 nicht mehr verzehren, außer Reichweite von Kindern bringen und in jeder Rossmann-Filiale zurückgeben – auch ohne Kassenbon.

    Die Rossmann-Zentrale in Burgwedel bei Hannover hat eine Eilmeldung veröffentlicht: Kunden in ganz Deutschland sollen die Maiswaffeln „Salted Caramel“ der Eigenmarke EnerBiO mit bestimmten Mindest­haltbarkeits­daten nicht weiter verzehren. Bei internen Eigenkontroll­untersuchungen wurde der gesetzliche Höchstgehalt für Aflatoxin B1 überschritten – ein Schimmelpilzgift, das bei regelmäßigem Verzehr Krebs auslösen kann.

    Betroffenes Produkt im Überblick

    EnerBiO Maiswaffeln „Salted Caramel“

    • Hersteller / Vertrieb: Dirk Rossmann GmbH, Burgwedel
    • Marke: EnerBiO (Rossmann-Hausmarke)
    • Sorte: Maiswaffeln Salted Caramel
    • Betroffene MHD: 10.02.2027, 12.02.2027, 16.02.2027, 18.02.2027
    • Fundort: Rückseite der Packung, unterhalb des Barcodes
    • Verbreitung: Alle rund 2.342 Rossmann-Filialen in Deutschland
    • Grund: Überschreitung des Höchstgehalts an Aflatoxin B1

    Rossmann bittet ausdrücklich darum, die betroffenen Chargen „außer Reichweite Ihrer Kinder zu bringen und nicht zu verzehren“ – und auch Verwandte oder Bekannte zu informieren, die das Produkt möglicherweise gekauft haben.

    Was ist Aflatoxin B1 – und warum ist es so gefährlich?

    Aflatoxine sind natürliche Stoffwechselprodukte bestimmter Schimmelpilze, vor allem von Aspergillus flavus und Aspergillus parasiticus. Sie bilden sich bevorzugt bei warmer, feuchter Lagerung von Mais, Erdnüssen, Pistazien, Getreide oder Trockenfrüchten. Unter den über 20 bekannten Varianten gilt Aflatoxin B1 als die toxischste.

    Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) stuft Aflatoxin B1 als „Gruppe 1“-Karzinogen ein – also als nachweislich krebserregend beim Menschen. Hauptzielorgan ist die Leber: Regelmäßige Aufnahme erhöht das Risiko für Leberzellkarzinome, besonders in Kombination mit einer bestehenden Hepatitis-B-Infektion.

    Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz beschreibt Aflatoxin B1 als „sehr toxisch“ und zählt es zu den am stärksten bekannten krebsauslösenden Substanzen. Die EU hat deshalb besonders niedrige Höchstgehalte festgelegt.

    Wie groß ist das akute Gesundheitsrisiko?

    Eine einmalige, kleine Menge betroffener Maiswaffeln führt in der Regel nicht zu einer akuten Vergiftung. Das eigentliche Risiko entsteht vielmehr durch regelmäßigen und langfristigen Konsum aflatoxin-belasteter Lebensmittel. Deshalb gilt der Grundsatz: So wenig Aflatoxin wie möglich – und niemals bewusst weiter verzehren, wenn ein Produkt offiziell zurückgerufen wurde.

    Besonders schützenswert sind Kinder, Schwangere, Stillende, ältere Menschen und Personen mit Leber­vorerkrankungen. Wer entsprechende Chargen bereits mehrfach verzehrt hat und unspezifische Beschwerden wie Übelkeit, Oberbauch­schmerzen oder anhaltende Müdigkeit bemerkt, sollte den Hausarzt informieren und das Produkt erwähnen.

    So gehen Verbraucher jetzt vor

    1. Packung prüfen: Rückseite, unter dem Barcode. Stimmt das MHD mit 10.02.2027, 12.02.2027, 16.02.2027 oder 18.02.2027 überein, ist die Packung betroffen.
    2. Nicht verzehren: Auch nicht „nur noch aufessen“. Sofort beiseite­legen und vor Kindern sichern.
    3. Zurückgeben: In jeder Rossmann-Filiale in Deutschland möglich. Der Kaufpreis wird laut Hersteller auch ohne Kassenbon erstattet.
    4. Umfeld informieren: Familie, Nachbarn, WG, Kita- oder Schul­kontakte – das Produkt wird häufig als „gesunder Snack“ gekauft.
    5. Quellen verfolgen: Aktuelle Lebensmittelwarnungen veröffentlicht das Bundesamt für Verbraucher­schutz und Lebensmittel­sicherheit (BVL) zentral auf lebensmittelwarnung.de.

    Schimmelpilzgifte im Alltag vermeiden – natürliche Prophylaxe

    Aflatoxine entstehen vor allem bei falscher Lagerung. Mais, Nüsse, Trockenfrüchte und Getreide sollten daher trocken, kühl und gut belüftet aufbewahrt werden – idealerweise in fest schließenden, lichtundurchlässigen Behältern.

    Geöffnete Packungen nach dem Anbruch zeitnah aufbrauchen. Auffällige Verfärbungen, ein muffiger Geruch oder sichtbarer Schimmel sind ein klares Stopp-Signal: betroffene Lebensmittel komplett entsorgen – Aussortieren einzelner Stücke reicht nicht, weil sich die Toxine im gesamten Produkt verteilen können.

    Wer regelmäßig Bio-Produkte mit kurzen Lieferketten und transparenter Herkunft kauft und auf seriöse Eigenmarken setzt, reduziert das Risiko zusätzlich – schließt es aber, wie der aktuelle Fall zeigt, nie vollständig aus.

    Was der Fall über Lebensmittel­sicherheit zeigt

    Dass Rossmann die belasteten Chargen über eigene Qualitäts­kontrollen entdeckt und proaktiv zurückgerufen hat, zeigt, dass das System grundsätzlich funktioniert. Gleichzeitig macht der Fall deutlich, wie anfällig globale Lieferketten – speziell bei pflanzlichen Rohstoffen wie Mais – für Schimmel- und Toxin­bildung sind.

    Für Verbraucher in Deutschland, Österreich und der Schweiz lohnt sich deshalb der Blick in den eigenen Vorratsschrank: Wer Maiswaffeln, Maismehl oder Mais­produkte gerne nutzt, sollte Chargen regelmäßig mit aktuellen Warnungen abgleichen.

    Fazit

    Der Rossmann-Rückruf der EnerBiO Maiswaffeln „Salted Caramel“ ist ernst zu nehmen: Aflatoxin B1 zählt zu den am stärksten bekannten krebs­erregenden Substanzen. Wer eine betroffene Packung (MHD 10.02., 12.02., 16.02. oder 18.02.2027) zu Hause hat, sollte sie nicht mehr essen und in der nächsten Filiale zurückgeben.

    Panik ist nicht angebracht – Aufmerksamkeit schon. Wer Chargen prüft, Lebensmittel sachgerecht lagert und auf offizielle Warnungen achtet, senkt sein persönliches Risiko deutlich.

    Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Bei anhaltenden oder akuten Beschwerden suchen Sie bitte ärztlichen Rat. Quellen: Eilmeldung Dirk Rossmann GmbH; Bayerisches Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz; IARC-Monographien zu Aflatoxinen; Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).