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    GESUNDHEIT

    Immuntherapie bei Autoimmunerkrankungen und Krebs

    Immuntherapie ist weit mehr als nur Krebsbehandlung. Entdecken Sie die vielfältigen Einsatzgebiete bei Autoimmunerkrankungen, Infektionen und Allergien – mit natürlichen Wirkstoffen wie Lactoferrin und Colostrum.

    Angeborene und erworbene Immunität - Immunsystem Übersicht

    Das Immunsystem: Angeborene vs. erworbene Immunität mit verschiedenen Zelltypen

    Was ist Immuntherapie?

    Die Immuntherapie ist ursprünglich eine Form der Krebsbehandlung, bei der das Immunsystem des Patienten dabei unterstützt wird, Krebszellen zu zerstören - ähnlich wie es normalerweise Bakterien oder Viren abwehrt. In der Regel werden die Krebszellen nicht direkt mit einem Wirkstoff beeinflusst, sondern die körpereigenen Immunzellen werden dabei unterstützt, Krebszellen zu zerstören. Insofern behandelt Immuntherapie den Körper, und der Körper behandelt den Krebs.

    Die Immuntherapie kann ein ganzes Ensemble unterschiedlicher Immunzellen – weiße Blutzellen, die beständig durch Organe und Gewebe zirkulieren – über Wochen und Monate in Aktion versetzen. So kann sich eine nachhaltige therapeutische Wirkung auch gegen versteckte Metastasen entfalten.

    Über 100 Jahre Forschungsgeschichte

    Die Idee und klinische Erforschung der Immuntherapie sind über einhundert Jahre alt. Schon um 1890 berichtete der New Yorker Chirurg William Coley nach der Gabe von inaktivierten, fieberproduzierenden Bakterien über bemerkenswerte Heilerfolge bei manchen seiner Krebspatienten (Coley's mixed bacterial toxins). Spätere Versuche mit Impfstoffen und Immunstimulatoren wiederholten die gelegentlich dramatischen Heileffekte, waren jedoch in Nutzen und Nebenwirkungen zu unberechenbar für eine breite klinische Anwendung.

    Erst in den letzten Jahren haben Forscher das detaillierte Zusammenspiel von Krebszellen mit dem Immunsystem, seinen unterschiedlichen Zelltypen, vielfältigen Botenstoffen, potenten Wirkmechanismen und ausgeklügelten Steuerelementen entschlüsselt. Darauf aufbauend ist die Immuntherapie von einer Idee zu einer klinischen Realität geworden.

    Formen der Krebsimmuntherapie:

    • Immun-Checkpoint Therapie
    • Allogene hämatopoetische Stammzelltransplantation
    • Immunzell-basierte Therapie / CAR-T
    • Krebsimpfung
    • Immunzell-Mediatoren
    • Tumorzell-gerichtete Antikörper

    Gesundheitsbehörden in Europa (EMA), den USA (FDA) und anderen Ländern haben bereits eine Anzahl von Immuntherapie-Verfahren für spezielle Krebsarten zugelassen, unter anderem für schwarzen Hautkrebs (Malignes Melanom), Lungenkrebs, Nierenkrebs und weitere mehr. Doch die Immuntherapie beschränkt sich nicht nur auf die Krebsbehandlung – sie bietet auch vielfältige Möglichkeiten bei anderen Erkrankungen.

    Immuntherapie ohne Krebs: Vielfältige Einsatzgebiete

    Autoimmunerkrankungen

    Bei Autoimmunerkrankungen wie rheumatoider Arthritis oder Multiple Sklerose greift das Immunsystem körpereigene Zellen an. Immuntherapie kann hier eingesetzt werden, um das Immunsystem zu modulieren und die überschießende Reaktion zu unterdrücken oder zu regulieren.

    Infektionskrankheiten

    Immuntherapie kann zur Behandlung schwerer Infektionskrankheiten eingesetzt werden, indem sie das Immunsystem stärkt und die körpereigene Abwehr gegen Viren, Bakterien oder andere Erreger unterstützt.

    Allergien

    Die allergenspezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) wird eingesetzt, um Allergien zu behandeln, indem das Immunsystem schrittweise an den Allergenkontakt gewöhnt wird.

    Immunsystem stärken

    Immuntherapie kann eingesetzt werden, um das Immunsystem allgemein zu stärken, z.B. bei Personen mit geschwächtem Immunsystem aufgrund von Krankheiten oder Medikamenten.

    Zytokintherapie

    Zytokine, körpereigene Botenstoffe die das Immunsystem regulieren, können künstlich hergestellt und zur Behandlung verschiedener Erkrankungen eingesetzt werden.

    Immunmodulatoren

    Verschiedene Medikamente, die das Immunsystem modulieren, können bei nicht-krebserkrankungen eingesetzt werden, um das Immunsystem zu regulieren und Entzündungen zu reduzieren.

    Immuntherapie bei Alzheimer

    Die Beta-Amyloid-Immuntherapie ist ein innovativer Ansatz in der Alzheimerforschung, der darauf abzielt, die für die Erkrankung typischen Ablagerungen von Beta-Amyloid-Plaques im Gehirn gezielt zu bekämpfen. Dabei wird entweder durch aktive Impfstoffe das Immunsystem zur Antikörperbildung gegen Beta-Amyloid angeregt oder es werden gezielt entwickelte monoklonale Antikörper verabreicht, um die schädlichen Eiweißablagerungen direkt zu neutralisieren.

    Moderne Antikörpertherapien

    Mittlerweile stehen mehrere monoklonale Antikörper zur Verfügung, die gezielt verschiedene Formen des Beta-Amyloids angreifen. Dazu zählen unter anderem Wirkstoffe wie Aducanumab, Lecanemab undDonanemab, deren Wirksamkeit insbesondere in frühen Krankheitsstadien untersucht wird.

    Diese Antikörper binden an bestimmte Formen des Amyloids und ermöglichen so dessen Abbau durch das Immunsystem. Gleichzeitig treten bei einem Teil der Patienten Nebenwirkungen wie Hirnschwellungen oder Mikroblutungen auf, was eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlich macht.

    Parallel dazu werden auch neue Impfstoffe gegen Beta-Amyloid entwickelt, die eine längerfristige Immunantwort anregen sollen, ohne schwerwiegende Nebenwirkungen zu verursachen. Zudem rückt die gezielte Aktivierung bestimmter Immunzellen wie Mikroglia stärker in den Fokus, da sie maßgeblich an der Beseitigung von Amyloid beteiligt sind.

    Zukunft der Alzheimer-Immuntherapie

    Die zukünftige Alzheimertherapie könnte sich zunehmend auf eine Kombination aus Früherkennung, individualisierter Immuntherapie und unterstützender neuroprotektiver Maßnahmen stützen. Die Forschung zeigt, dass eine gezielte Modulation der Immunantwort eine vielversprechende Möglichkeit zur Verlangsamung oder gar Verhinderung des Krankheitsverlaufs darstellt.

    Natürliche Immuntherapie: Lactoferrin & Colostrum

    Funktionale Inhaltsstoffe rücken zunehmend in den Fokus moderner Immuntherapien, da sie das körpereigene Abwehrsystem gezielt unterstützen und regulieren können. Besonders hervorzuheben sind Immunglobulin G (IgG) – in besonders hoher Konzentration im Colostrum enthalten – sowie Lactoferrin, ein multifunktionales Glykoprotein mit immunmodulatorischen und antimikrobiellen Eigenschaften. Beide Substanzen zeigen großes Potenzial in der Unterstützung der angeborenen und adaptiven Immunantwort und werden daher verstärkt in innovativen Therapieansätzen bei chronischen Entzündungen, Autoimmunerkrankungen und Infektionen eingesetzt.

    Lactoferrin

    Lactoferrin ist ein natürliches, eisenbindendes Protein mit starken immunmodulierenden Eigenschaften. Es wirkt:

    • Antibakteriell und antiviral
    • Entzündungshemmend
    • Immunsystem regulierend
    • Darmbarriere stärkend

    Colostrum

    Colostrum, die erste Muttermilch, enthält eine Vielzahl immunaktiver Komponenten und unterstützt:

    • Aufbau der Immunabwehr
    • Darmgesundheit und Mikrobiom
    • Antikörperbildung
    • Regeneration und Heilung

    Moderne Immuntherapie-Ansätze

    Molekularforschung und Biotechnologie in der Immuntherapie

    Modernste Biotechnologie ermöglicht präzise Immuntherapien

    Immunzellen und Krankheitserreger - Immuntherapie Visualisierung

    Robotik und KI revolutionieren die Medizin und Immuntherapie

    Checkpoint-Inhibitoren

    Obwohl Checkpoint-Inhibitoren hauptsächlich in der Krebsimmuntherapie eingesetzt werden, können sie auch bei bestimmten Autoimmunerkrankungen eine Rolle spielen, um überschießende Immunreaktionen zu kontrollieren.

    CAR-T-Zelltherapie

    CAR-T-Zelltherapie, eine Form der zellulären Immuntherapie, wird derzeit hauptsächlich bei Blutkrebs eingesetzt, aber es gibt auch Forschung zur Anwendung bei anderen Erkrankungen, bei denen das Immunsystem eine Rolle spielt.

    Wichtiger Hinweis

    Es ist wichtig zu beachten, dass die Anwendung von Immuntherapie außerhalb der Krebsbehandlung oft noch in der Forschung oder in frühen klinischen Studien ist. Die genaue Anwendung und Wirksamkeit müssen in jedem Fall individuell geprüft werden. Konsultieren Sie immer einen Arzt oder Therapeuten vor der Anwendung immunmodulierender Substanzen.

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