Ein erhöhter Ferritinwert wird häufig vorschnell als Eisenüberschuss gedeutet. Dabei kann Ferritin auch bei stillen Entzündungen, Leberbelastung, Infekten oder Stoffwechselstress ansteigen.
Wissenschaftlich erklärt | Blutwerte richtig einordnen | Mit Quellen & Expertenhinweis
Ferritin richtig einordnenDer Blutwert ist da, Ferritin ist erhöht – und sofort steht die Frage im Raum: Habe ich zu viel Eisen im Körper? Viele Betroffene sind verunsichert, weil Ferritin vor allem als Eisenspeicherwert bekannt ist. Doch genau hier entsteht häufig ein Missverständnis: Ferritin zeigt nicht nur gespeichertes Eisen an, sondern reagiert auch auf Entzündungen, Infekte, Leberbelastung und metabolischen Stress.
Ferritin wird in der Medizin klassischerweise genutzt, um die Eisenspeicher des Körpers zu beurteilen. Niedrige Werte gelten als Hinweis auf Eisenmangel, hohe Werte werden oft als Zeichen für zu viel Eisen verstanden. Diese Sichtweise greift jedoch zu kurz.
Denn Ferritin hat eine doppelte Funktion: Es speichert Eisen in den Zellen – und gehört gleichzeitig zu den sogenannten Akute-Phase-Proteinen. Bei Entzündungen, Infekten oder metabolischer Belastung bildet die Leber mehr Ferritin und gibt es ins Blut ab.
Ein hoher Ferritinwert bedeutet daher nicht automatisch, dass zu viel Eisen im Körper ist. In vielen Fällen ist er vor allem ein Hinweis auf entzündliche oder metabolische Prozesse.
Bei Entzündungen versucht der Körper, Eisen aus dem freien Umlauf zu nehmen. Das hat einen Schutzgedanken: Viele Mikroorganismen benötigen Eisen, um sich zu vermehren. Deshalb bindet der Körper Eisen stärker in Speichern.
Ferritin kann dadurch steigen – nicht zwingend, weil zu viel Eisen vorhanden ist, sondern weil der Körper Eisen reguliert. Das frei verfügbare Eisen im Blut ist in solchen Situationen häufig normal oder sogar niedrig.
Akute oder chronische Infekte, Autoimmunprozesse und stille Entzündungen können Ferritin erhöhen.
Übergewicht, viszerales Fett, Insulinresistenz, Prädiabetes und Fettleber treten häufig zusammen mit erhöhten Ferritinwerten auf.
Auch Alkohol, Fettleber oder erhöhte Leberwerte können Ferritin beeinflussen.
Chronischer Stress, Schlafmangel oder intensive körperliche Belastung können entzündliche Signalwege aktivieren.
Wenn Ferritin erhöht und gleichzeitig die Transferrinsättigung hoch ist, sollte eine echte Eisenüberladung ärztlich abgeklärt werden.
Ferritin sollte nie isoliert bewertet werden. Für die Einordnung sind weitere Werte wichtig – zum Beispiel CRP oder hs-CRP, Transferrinsättigung, Serum-Eisen, Leberwerte wie GPT, GOT und GGT sowie Blutzucker- und Stoffwechselmarker.
Bei wiederholt erhöhtem Ferritin, hoher Transferrinsättigung, auffälligen Leberwerten oder bestehenden Beschwerden sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Wer Ferritin verstehen möchte, sollte nicht nur an Eisen denken. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Eisenstoffwechsel, Immunsystem, Entzündungsaktivität und Lebergesundheit.
Ferritin sollte gemeinsam mit Entzündungswerten, Transferrinsättigung und Leberwerten betrachtet werden.
Low-Grade-Inflammation, Fettleber, Bauchfett und Blutzuckerschwankungen können Ferritin beeinflussen.
Hier rückt Lactoferrin als körpereigenes Protein in den Fokus, das in der Forschung im Zusammenhang mit Eisenbindung, Immunfunktion und mikrobieller Balance untersucht wird.
Wenn erhöhtes Ferritin im Zusammenhang mit Entzündungsaktivität, Immunbalance oder Eisenregulation betrachtet wird, rückt ein körpereigenes Protein in den Fokus: Lactoferrin. Es kommt natürlicherweise im menschlichen Körper vor und ist an Prozessen beteiligt, die mit Eisenbindung, Immunfunktion und mikrobieller Abwehr zusammenhängen. Deshalb wird Lactoferrin wissenschaftlich zunehmend untersucht.
In den letzten zehn Jahren hat Lactoferrin erheblich an wissenschaftlicher Bedeutung gewonnen, was sich in der stark gestiegenen Zahl an Fachveröffentlichungen widerspiegelt. Während es lange vor allem für seine antimikrobiellen Eigenschaften bekannt war, rücken heute auch antivirale, immunmodulierende und entzündungshemmende Effekte sowie sein Einfluss auf den Eisen- und Knochenstoffwechsel verstärkt in den Fokus. Mittlerweile über 15.000 Fachjournalartikel!
Besonders seit der COVID-19-Pandemie ist das Interesse rasant gewachsen – mit einem deutlichen Anstieg an Studien, die Lactoferrin als vielversprechenden Naturstoff in Prävention und Therapie untersuchen.

Quelle: PubMed Database
Lactoferrin kann Eisen binden und ist deshalb biologisch interessant für den Eisenstoffwechsel.
Lactoferrin wird in der Forschung im Zusammenhang mit der natürlichen Immunfunktion untersucht.
Studien und Reviews betrachten Lactoferrin im Kontext entzündlicher Prozesse.
Da Eisen auch für Mikroorganismen relevant ist, wird Lactoferrin häufig im Zusammenhang mit mikrobieller Balance diskutiert.
Die Forschung zu Lactoferrin insbesondere zur Reduktion von low-grade Inflammations ist umfangreich: Eine ausgewählte Studie unten zeigte, dass die orale Einnahme von Lactoferrin über 12 Wochen zu einer signifikanten Reduktion von Entzündungsparametern führte.

In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie wurden 168 Personen (13–40 Jahre) mit leichter bis mittelschwerer Entzündungen über 12 Wochen beobachtet. Eine Gruppe nahm zweimal täglich 100 mg Lactoferrin, die Kontrollgruppe erhielt Placebo. Bereits nach zwei Wochen zeigte die Lactoferrin-Gruppe eine signifikante Reduktion der Gesamtläsionen (−14,5 %; p = 0,012), im Verlauf erreichte sie in Woche 10 das Maximum mit etwa −28,5 % (p < 0,0001). Auch Komedonen und entzündliche Läsionen nahmen deutlich ab (Reduktionen bis zu circa 44 %). Die Sebum produktion wurde ebenfalls reduziert und es traten keine signifikanten Nebenwirkungen auf. Besonders Frauen zeigten frühere und ausgeprägtere Verbesserungen als Männer.
Quelle: PubMed – Clinical Study
Hinweis zur Einordnung: Diese Studie zeigt Lactoferrin in einem spezifischen entzündlichen Kontext. Die Ergebnisse lassen sich nicht automatisch auf jeden erhöhten Ferritinwert übertragen.
Quelle: PubMed-Analyse - Zunahme der Forschung zu Lactoferrin in der Dermatologie
Wenn Ferritin erhöht ist, sollte nicht automatisch zusätzlich Eisen gegeben werden. Deshalb ist die Unterscheidung zwischen apo- und holo-Lactoferrin besonders wichtig.
Hochwirksame Eisenquelle: Holo-Lactoferrin liegt in seiner eisengesättigten Form vor – es ist vollständig mit zwei Eisenionen beladen. Diese Form spielt eine zentrale Rolle bei der Regulation des Eisenstoffwechsels und wird gezielt bei Eisenmangel und Eisenmangelanämie eingesetzt. Aufgrund seiner exzellenten Bioverfügbarkeit gilt Holo-Lactoferrin als eines der wirksamsten oralen Eisenpräparate – oft die letzte Option vor einer intravenösen Eisengabe.
Entfaltet die volle antimikrobielle Wirkung: Es kann aktiv Eisen binden, pathogene Keime schwächen und das Immunsystem gezielt unterstützen. "apo-" ist die native Form von Lactoferrin – jene biologisch aktive Variante, auf die sich der Begriff „Lactoferrin" in der Regel bezieht.
Sie ist entscheidend für die therapeutische Anwendung und kommt sowohl zur Immun-Prophylaxe (400–600 mg täglich) als auch bei akuten Infekten in höherer Dosierung gezielt zum Einsatz.
Egal ob Immun-Prophylaxe oder Eisenmangel: Nur hochreines Lactoferrin – mit einem Reinheitsgrad von über 95% – kann diese komplexen Funktionen zuverlässig übernehmen. Aufgrund der extremen Komplexität in den Herstellungsprozessen, gibt es global nur etwa eine Hand-voll Hersteller. Minderwertige Produkte enthalten oft Rückstände von Milchproteinen, oxidiertem Eisen, Endotoxine, Angiogenin oder technologische Verunreinigungen, die i) Wirkung und Verträglichkeit erheblich beeinträchtigen können oder ii) sogar schädlich sein können.
Ein hochwertiges Präparat sollte transparent angeben, wie rein das eingesetzte Lactoferrin ist.
Apo-Lactoferrin ist besonders interessant, wenn nicht die zusätzliche Eisenaufnahme, sondern Eisenbindung und Immunbalance im Vordergrund stehen.
Rückverfolgbarkeit, Qualitätskontrollen und kontrollierte Herstellung sind wichtige Vertrauensmerkmale.
Form, Dosierung, Herkunft und Reinheit sollten klar erkennbar sein.
Verfügbarkeit über Apotheken oder etablierte Partner kann ein zusätzlicher Qualitätsindikator sein.
Ein Beispiel für ein hochreines apo-Lactoferrin ist Lactoferrin CLN®. Es wird als eisenarme Lactoferrin-Form positioniert und richtet sich an Menschen, die sich mit Eisenbindung, Immunbalance und hochwertiger Supplementqualität beschäftigen.
Einer der führenden Hersteller von Lactoferrin weltweit ist die deutsche Mercurius Production (Mercurius). Das Unternehmen produziert Lactoferrin in unterschiedlichen Reinheitsgraden und Derivaten, insbesondere für den Einsatz in Säuglingsnahrung, klinischen Präparaten und Nahrungsergänzungsmitteln. Neben Lactoferrin entwickelt Mercurius auch weitere hochwertige Functional Ingredients, pharmazeutische Wirkstoffe (APIs) und Spezialproteine wie Lactoperoxidase, Immunglobulin G (IgG), Colostrum und fermentierte Milchproteine (FMP).
Alle Produkte werden in Deutschland unter pharmazeutischen Bedingungen hergestellt und zeichnen sich durch besonders hohe Reinheit, vollständige Angiogenin- und Endotoxinfreiheit sowie eine ausgezeichnete Stabilität aus. Im Fokus stehen dabei stets Bioaktivität, Rückverfolgbarkeit und Anwendungssicherheit. Weitere Informationen unter: www.mercurius-production.com.
Fun Fact: Der firmeneigene Qualitätsstandard Lactoferrin CLN® erreicht eine Reinheit von über 97 % – und liegt damit sogar über dem Standard, der für Säuglingsnahrung verwendet wird (mind. 95 %).
Mercurius vertreibt ausschließlich Bulkware und keine eigenen Fertigprodukte an Endkunden oder Apotheken, beliefert aber einen Großteil des Europäischen Nahrungsergänzungsmittel-Lactoferrin-Markts. Das Hauptprodukt CLN ist u.A. bei der Firma artgerecht erhältlich:
Erhältlich in allen deutschen stationären Apotheken (via Apothekengroßhandeln) und selektiven Online-Apotheken


Schweiz
Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise. Die dargestellten Informationen ersetzen keine medizinische Beratung. Bei bestehenden Erkrankungen, Schwangerschaft, Stillzeit, auffälligen Blutwerten oder Medikamenteneinnahme sollte vor der Einnahme ärztlicher Rat eingeholt werden.
[1] Kim JY et al. Oral lactoferrin supplementation for acne vulgaris: an open-label study.Nutrients, 2010;2(8):842–53.Zur Studie
[2] Wakabayashi H et al. Immunomodulatory effects of lactoferrin.Curr Pharm Des, 2014;20(15):2349–55.Zur Studie
[3] Kruzel ML et al. Lactoferrin in a context of inflammation-induced pathology.Front Immunol, 2017;8:1438.Zur Studie
[4] Drago-Serrano ME et al. Lactoferrin: balancing ups and downs of inflammation due to microbial infections.Int J Mol Sci, 2017;18(3):501.Zur Studie
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