Ebola-Ausbruch in der DR Kongo offiziell bestätigt
Mehr als 200 Verdachtsfälle, 65 Tote, ein erster Fall in Uganda: Africa CDC und kongolesische Behörden bestätigen einen Ebola-Ausbruch in der Provinz Ituri. Im Verdacht: die seltene Bundibugyo-Variante.
Labor bestätigt Ebola
Ein Labor in Kinshasa hat 13 Ebola-Infektionen bestätigt. Africa CDC meldet 246 Verdachtsfälle und 65 Todesfälle in der Provinz Ituri.
Die Lage in Ituri
In der Demokratischen Republik Kongo ist das Ebola-Fieber ausgebrochen. Wie die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC mitteilte, wurden bislang 13 Ebola-Fälle von einem Labor in der Hauptstadt Kinshasa bestätigt. Insgesamt gibt es 246 Verdachtsfälle und 65 gemeldete Todesfälle. Vier der Todesfälle in der abgelegenen Provinz Ituri wurden durch Labortests als Ebola-Infektionen bestätigt. Ituri grenzt im Nordosten an Uganda.
Vermutlich Bundibugyo-Variante
Erste Laborergebnisse deuten darauf hin, dass es sich nicht um das am häufigsten vorkommende Zaire-Ebolavirus handelt, gegen das es mittlerweile einen zugelassenen Impfstoff gibt, sondern um eine andere Variante. Ergebnisse einer vollständigen Sequenzierung wurden laut Africa CDC innerhalb von 24 Stunden erwartet. In Uganda hat sich der Verdacht bereits erhärtet: Bei einem 59-jährigen Mann aus dem Kongo, der am 14. Mai in einem Krankenhaus in Kampala starb, wurde die seltene Bundibugyo-Variantenachgewiesen.
Tropenmediziner warnt vor katastrophalem Verlauf
„Wenn es so losgeht, ist es meistens katastrophal."
— Maximilian Gertler, Tropenmediziner der Berliner Charité
Gertler war bei früheren Ebola-Ausbrüchen im Einsatz. Angesichts von fast 250 Verdachtsfällen müsste der Ausbruch seit Monaten unentdecktfortgeschritten sein, falls sich die Zahlen bestätigen. „Vermutlich kommt es aus einer sehr abgelegenen Gegend", so Gertler.
Risiko grenzüberschreitender Ausbreitung
Besonders besorgt zeigt sich Africa CDC über die Lage in einer städtischen Grenzregion mit intensiven Bevölkerungsbewegungen. Auch die räumliche Nähe zu Uganda und dem Südsudan gibt Anlass zur Sorge. Eine dringende Koordinationssitzung mit Gesundheitsbehörden der drei Länder und internationalen Organisationen wurde einberufen.
Schwerpunkte der Krisenkoordination
- • Grenzüberschreitende Fallüberwachung
- • Laborunterstützung und Diagnostikkapazitäten
- • Infektionsprävention im Gesundheitswesen
- • Sichere und würdevolle Bestattungen
- • Mobilisierung von Ressourcen und Personal
16. Ebola-Ausbruch seit 1976
In der DR Kongo wurden zuletzt im September 2025 Ebola-Fälle bekannt. Bei jenem Ausbruch in der Provinz Kasaï starben mehr als 40 Menschen; er wurde drei Monate später für beendet erklärt. Es handelte sich um den insgesamt 16. Ebola-Ausbruch in der DR Kongo seit der Erstbeschreibung 1976.
Ebola ist eine ansteckende, lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Ohne sofortige Behandlung liegt die Sterblichkeit laut Robert Koch-Institut bei bis zu 90 Prozent. Bei der westafrikanischen Epidemie 2014/2015 starben mehr als 11.000 Menschen.
Häufige Fragen
Gibt es einen Impfstoff gegen die Bundibugyo-Variante?
Nein. Der zugelassene Impfstoff Ervebo schützt nur gegen den Zaire-Stamm. Für die Bundibugyo-Variante existiert bislang weder Impfstoff noch spezifische Therapie.
Wie wird Ebola übertragen?
Ausschließlich durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten infizierter Personen – etwa Blut, Speichel, Erbrochenes oder Schweiß. Eine Übertragung über die Luft findet nicht statt.
Wie hoch ist die Gefahr für Europa?
Das RKI stuft das Risiko für Deutschland als äußerst gering ein. Aufgrund des Übertragungswegs lassen sich einzelne importierte Fälle in funktionierenden Gesundheitssystemen schnell isolieren.
Quellen und wissenschaftliche Belege
[1] Ebola-Ausbruch in DR Kongo bestätigt.tagesschau.de, 2026.Zur Studie
[2] Africa CDC – Ebola Outbreak Updates.Africa Centres for Disease Control and Prevention, 2026.Zur Studie
[3] Ebolafieber – RKI-Ratgeber.Robert Koch-Institut, 2025.Zur Studie
[4] Ebola Virus Disease – Fact Sheet.World Health Organization (WHO), 2025.Zur Studie